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Womit wir prüfen, ob eine KI-Antwort verlässlich ist

Im Unterricht brauchen wir keine Spezialsoftware, sondern wenige einfache Hilfsmittel: ein zweites Gerät, Papier und Stift, eine feste Prüfreihenfolge.

Womit wir prüfen, ob eine KI-Antwort verlässlich ist

Warum wir bewusst einfach arbeiten

Wer bei uns im Kurs sitzt, erwartet oft eine Reihe komplizierter Programme. Tatsächlich arbeiten wir im Modul Sicher im Umgang mit KI mit sehr wenig. Ein Tablet oder Laptop, ein Block Papier, ein Kugelschreiber und ein zweites Gerät, meist das Telefon der Teilnehmerin oder des Teilnehmers, genügen für fast jede Übung.

Das hat einen Grund. Wer lernt, einer Antwort der KI nicht blind zu glauben, sollte die Prüfung selbst in der Hand behalten. Eine weitere Anwendung, die für Sie prüft, würde das Problem nur verschieben. Deshalb setzen wir auf Methoden, die Sie auch zu Hause ohne Hilfe wiederholen können, in Ihrem Tempo und ohne Zeitdruck.

Gerade in den Wochen im Herbst, wenn viele Menschen drinnen mehr Zeit für Neues haben, merken wir, wie gut diese Ruhe tut. Niemand muss etwas installieren, nichts muss schnell gehen.

Die Prüfreihenfolge auf der Karteikarte

Das wichtigste Hilfsmittel ist eine handgeschriebene Karteikarte. Sie enthält vier Fragen, die wir gemeinsam formulieren: Woher könnte diese Angabe stammen? Lässt sie sich an anderer Stelle finden? Geht es um Geld, Gesundheit oder persönliche Daten? Wird Eile verlangt?

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer schreibt die Fragen in eigenen Worten auf. Das ist wichtig, denn eine Formulierung, die Sie selbst gewählt haben, behalten Sie leichter. Die Karte liegt später neben dem Gerät und wird bei jeder Antwort durchgegangen, bis der Ablauf zur Gewohnheit geworden ist.

Wir üben an kurzen, alltäglichen Beispielen: einer Auskunft zu einer Öffnungszeit, einem Rezeptvorschlag, einer Erklärung zu einem Brief vom Amt. Nach einigen Sitzungen genügt oft ein Blick auf die Karte, und die Fragen laufen von allein im Kopf mit.

  • Woher stammt die Angabe?
  • Finde ich sie an zweiter Stelle bestätigt?
  • Geht es um Geld, Gesundheit oder Daten?
  • Wird mir Eile oder Druck gemacht?

Das zweite Gerät als Gegenprobe

Die KI antwortet auf dem Tablet, die Gegenprobe läuft auf dem Telefon oder in einem gedruckten Verzeichnis. Dieses Nebeneinander ist eine unserer wichtigsten Methoden. Sie sehen unmittelbar, ob zwei voneinander unabhängige Quellen dasselbe sagen.

Dabei zeigen wir, wie man eine Quelle einschätzt, ohne Fachbegriffe: Ist erkennbar, wer die Seite betreibt? Gibt es ein Impressum mit Anschrift? Klingt der Text sachlich oder drängend? Solche Merkmale lassen sich ohne technisches Wissen beurteilen.

Besonders hilfreich ist dieses Vorgehen bei Zahlen, Fristen und Namen, denn gerade dort liefert eine KI mitunter Angaben, die glatt klingen und trotzdem nicht stimmen. Wer einmal erlebt hat, wie eine freundlich vorgetragene Auskunft sich als falsch erweist, prüft künftig von selbst.

Papier und Stift für Ihre Daten

Ein zweites Werkzeug ist ein einfaches Blatt, auf dem Sie festhalten, welche Angaben Sie einem Assistenten anvertrauen würden und welche nicht. Bei uns heißt es die Weitergabeliste. Name der Lieblingsstadt, ja; Kontonummer, Geburtsdatum, Adresse, nein.

Wir erarbeiten die Liste gemeinsam, ohne Vorgaben von oben. Jeder Mensch hat eigene Grenzen, und die sollen respektiert werden. Erst wenn die Liste steht, schauen wir uns an, wie man in den Einstellungen eines Geräts nachsehen kann, was gespeichert wird und was nicht.

Das Blatt nehmen Sie mit nach Hause. Viele kleben es neben den Bildschirm. Es erinnert daran, dass Sie entscheiden, was weitergegeben wird, und nicht das Gerät.

Übungsfälle aus dem Alltag

Wir arbeiten nicht mit konstruierten Gefahren, sondern mit Situationen, die in jedem Haushalt vorkommen. Eine Nachricht, die dringend um Ihre Zugangsdaten bittet. Ein Gewinnversprechen. Eine Anleitung, die zu schön klingt, um wahr zu sein.

Jeder Fall wird in drei Schritten besprochen: Was fällt auf? Was sagt die Karteikarte? Was würde ich tun? Die Antworten schreiben Sie selbst auf. Die Dozentin greift nur ein, wenn Sie danach fragen, und erklärt dann in schlichten Worten, woran man Muster erkennt.

Auf diese Weise entsteht nach und nach ein eigener Vorrat an Erfahrungen. Sie sind nicht auf eine Liste von Verboten angewiesen, sondern können neue Situationen selbst einordnen, auch wenn sie in keinem Kurs vorgekommen sind.

Wann Sie einer Antwort besser nicht trauen

Die letzte Methode ist die kürzeste: Bei Fragen zu Medikamenten, Geldanlagen, rechtlichen Fristen oder Verträgen ist die Antwort der KI höchstens ein Anstoß, nie die Entscheidung. Dafür gibt es Ärztinnen, Apotheken, Beratungsstellen und Fachleute.

Wir üben deshalb auch den Satz, den Sie sich selbst sagen können: Das lasse ich bestätigen. Er klingt unscheinbar, schützt aber zuverlässiger als jedes Programm. Wer ihn verinnerlicht hat, nutzt die KI gelassener und mit mehr Freude.

Gisela Thiemann leitet im Haus das Modul Ordnung im Zuhause und begleitet die Übungen zur Datenweitergabe, weil Ordnung und Vorsicht eng zusammengehören.

Sicherheit im Umgang mit KI entsteht nicht durch immer neue Programme, sondern durch wenige, verlässliche Gewohnheiten: eine Karteikarte mit vier Fragen, eine Gegenprobe auf dem zweiten Gerät, eine Weitergabeliste auf Papier und der Mut, im Zweifel nachzufragen. Diese Mittel kosten nichts, lassen sich überall anwenden und bleiben auch dann nützlich, wenn sich die Technik ändert.

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